Bin heute auf eine Inselrundreise aufgebrochen und auch wieder angekommen. Für mich typisch habe ich versucht möglichst weit weg von der Ringstraße interessante Flecken zu finden. Das ist mir –...
Bin heute auf eine Inselrundreise aufgebrochen und auch wieder angekommen. Für mich typisch habe ich versucht möglichst weit weg von der Ringstraße interessante Flecken zu finden. Das ist mir – meiner Meinung nach – auch gelungen. Bilder gibt es irgendwann in meiner Galerie zu sehen.
Ich habe mich heute erstmal auf die Südseite der Insel konzentriert. Mit dem Roller konnte ich fast entlang der gesamten Küste auf kleinen Pfaden am Strand lang fahren. Fast – abgesehen von exklusiv für Hotels abgesperrten Gebieten, Hügeln oder Baustellen.
Die Insel hat wirklich wunderbare – paradiesische – Ecken. Leider werden es zunnehmend weniger. Ok, ich bin erst seit 8 Tagen hier, aber die Zeichen sind eindeutig. Überall gibt es Straßen oder Wege hin, auf der ganzen Insel werden neue Hotels hochgezogen, obwohl an anderen Ecken schon wieder welche verfallen.
Eine meiner Lieblingsecken ist jetzt schon ein Hügel am Süd-Ost-Rand von Samui. Auf der Karte ist der Fleck noch ganz grün und vor Ort ist es auch sehr grün. Allerdings führt auf die eine Seite des Hügels eine dicke, zwei-spurige Straße hinauf, die dann auf halber Höhe abrupt endet. Der Straße schließt sich ein Pfad an, der den Hügel hinauf und dann einmal drumherum führt.
Der Blick vom Hügel ist irre. Die Hänge sind satt grün mit urwüchsigen Pflanzen. Der Hang fällt auf der einen Seite steil zum Meer hin ab. In der Nähe liegen mehrere Inseln auf die man eine gute Aussicht hat und einige weiter entfernte Inseln, die man nur noch schemenhaft erkennen kann. Auf der anderen Seite hatte ich einen Blick über die Insel, wo sich selbstverständlich am Ende auch wieder das Meer anschloß.
Nahe dem Gipfel habe ich meine erste Schlange auf Samui gesehen, ein kleines hell-grünes Exemplar.
Nachdem ich bei meiner Eroberung des Hügel auf einem steinigen und steilen Pfad kläglich am Hang gescheiert bin, mußte ich umdrehen. Als nächstes habe ich den wohl letzten verbliebenen Sumpf Samuis entdeckt. Am Sumpf war auch noch ein letztes Stück Urwald. Direkt dahinter stand dann aber wieder eine schwere Maschine, ein Bagger, der quer durch den Wald eine Straße zu einem Mangrovenwäldchen geebnet hat.
Weiterhin habe ich auf meiner Entdeckungstour etliche Fischerhütten, Boote, An- und Ablegestege gesehen, wo die Fähren zu den Nachbarinseln losfahren.
Sicherlich bringt der Tourismus den Thais hier einen westlicheren Lebensstandard, aber ist es auch ein besserer? Das Problem ist doch Folgendes. Jeder möchte ein Auto, ein großes Haus, Fernsehen, einen Kühlschrank, und sonst noch was für materielle Dinge. Einige pfiffige Thais (angeblich nur die chinesischer Herkunft) haben herausgefunden, daß man mit Haus- und Hotelbau gut Geld verdienen kann. Darum wird gebaut was die Insel an Fläche hergibt. Es wird immer tiefer ins Innere, immer weiter hinauf auf die Berge hinauf, immer näher am Strand gebaut. Sicherlich ist das Geld nicht immer das von Thais und sie sind auch nicht die wirklichen Profiteure, aber es war doch mal ursprünglich ihr Land, das jetzt bebaut wird.
Aber einem Goldrausch können sich ja die Wenigstens entziehen. Im Norden soll es einen Thai geben, der sich standhaft weigert, sein Land kommerziel zu verwerten. Ihm werde ich nächstes Wochenende mal einen Besuch abstatten und beglückwünschen. Ist nämlich erstmal die ganze Insel bis in den letzten Winkel erschlossen, ist es vorbei mit den paradiesischen Verhältnissen.
Der wirkliche Gewinner wird dann der Thai im Norden. Aber der Verlierer bleibt – neben den Einheimischen – leider wie immer Mutter Erde!