Nach dem Abbruch meiner erfolglosen Häusersuche, nahm ich mir Spaßigeres vor. Ich wollte die Regenfälle der letzten Tage nicht ungenutzt lassen und habe mich auf den Weg zum nahe-gelegensten Wasserfall...
Nach dem Abbruch meiner erfolglosen Häusersuche, nahm ich mir Spaßigeres vor. Ich wollte die Regenfälle der letzten Tage nicht ungenutzt lassen und habe mich auf den Weg zum nahe-gelegensten Wasserfall begeben.
Vorher habe ich mich aber noch gestärkt. Auf der Karte des Restaurants gab es Reis- und Nudelgerichte und am Ende zwei Fotos eines Hundepuppies. Wie war das denn zu verstehen? Der Hund zeigte dann auch gleich Präsenz, gefolgt von einer ähnlich jungen Katze, die erstmal einen Satz auf meinen Tisch machte. Überhaupt war das ein überaus tierfreundliches Restaurant. In drei Aquarien schwammen auch noch ein paar Fische.
Fische, zurück zum Wasser, zum Wasserfall. Der liegt etwas außerhalb beim Dorf Ban Phang Ka. Dort war ich zu meinem ersten HHH schon einmal gewesen. Der Wasserfall ist gut ausgeschildert und die Schilder sind eigentlich nicht zu übersehen. Nur die Schilder enden das 1. Mal bei der Elephantentrekking-Station, das 2. bei einer Hütte, von der aus man mit Motorrädern weitergefahren wird, das 3. Mal an einem “Parkplatz” oberhalb der Stelle, wo die Straße zum Wasserfall dann wirklich endet.
Ich bin aber erstmal die andere Straße weitergefahren. Dort lud ein Schild nämlich dazu ein, auf einem Gipfel in einem Restaurant speisen zu können. Gipfel = gute Aussicht dachte ich mir und folgte dem Schild. Und folgte dem Schild. Und folgte dem Schild. Drei Hügel weiter kam dann auch das Restaurant in Sichtweite. Dachte ich. Das war es aber noch nicht. Also noch ein Hügel weiter. Da war es dann aber wirklich. Die Straße führte aber noch weiter und noch weiter nach oben. Was habe ich also getan? Genau, ich bin weiter gefahren bis es nicht mehr weiter ging. Dort gab es eine grandiose Aussicht über die südliche Insel und die sehr schönen, bewaldeten Hügel.
Während ich so meine Fotos schoß, zischte es an meinem Motorrad. Au backe. Ich habe sofort auf den Reifen getippt, da sah ich aber auf die Schnelle aus der Entfernung nichts und hoffte, die Bremse hätte irgendwie Luft gelassen. Sowas gibt es! Ich bin dann aber von meinem Felsbrocken heruntergeklettert und habe nachgesehen. Es war der Hinterreifen! Ich war ganz oben und mußte nach ganz unten. Klasse. Wieder mal typisch.
Ich bin dann ganz vorsichtig losgerollt und habe es auch problemlos bis zum Restaurant, das Samui Everest heißt, geschafft. Dort habe ich erstmal einen äußerst leckeren Bananenshake verzehrt, bevor ich vorsichtig angefragt habe, ob sie mir denn weiterhelfen könnten. Mein Roller hat einen Platten. Hilfsbereit wie die Thais so sind, sind sofort 3 Leute aufgesprungen. Wir sind zum Roller gegangen, um das Malheur zu begutachten. Mir wurde dann mitgeteilt, daß ich nur 30 oder 35 oder auch 45 Minuten warten müsse, dann habe ich einen geflickten Reifen. In der Zwischenzeit hat ein Thai das Hinterrad ausgebaut, damit ein anderer Thai es ins Dorf fahren konnte. Die Chefin zeigte dann noch auf ihr Rad, daß auch in Einzelteile zerlegt da stand und meinte, sie hätte leider keine Zeit, um ins Dorf zu fahren und es reparieren zu lassen.
Wieder oben im Restaurant angekommen, konnte ich jetzt ganz entspannt einen Mangoshake hinunterspülen und die langsam untergehende Sonne betrachten. Ich habe mich dann noch erkundigt, wo genau ich denn sei. Das Restaurant liegt kurz vor dem Sperrgebiet der thailändischen Luftwaffe. Das ist irgendwo weit oben in den Hügeln. So bin ich mit der Chefin ins Gespräch gekommen und sie erzählte mir, daß sie 25 Jahre in der Schweiz gearbeitet hätte, immer einen Monat im Jahr nach Samui gekommen sei und sich jetzt Land gekauft und dort das Restaurant gebaut habe. Kein Wunder, daß sie es an einen der höchsten Gipfel verschlagen hat!
Irgendwann kam dann auch der Thai aus dem Dorf mit voll aufgepumpten Reifen zurück. Mir wurde wenig später Bescheid gegeben, daß mein Roller soweit wäre. Da es langsam dunkel wurde, wollte ich auch los. Als ich auf der Straße – eher ein Weg – ankam, versuchte aber ein Trupp aus drei Thais noch emsig, den Reifen wieder in die ursprüngliche Position zu bringen. Das dauerte noch etliche Fehlversuche. Am Ende haben sie es aber geschafft. Ich habe mich meiner restlichen Bargeldreserve bedankt und wurde von sämtlichen Mitarbeitern und Bewohnern der Berghütte freudig winkend verabschiedet.
Auf dem Rückweg kam ich aber noch am ursprünglichen Ziel meiner Tour vorbei, dem Wasserfall. Ich habe den inzwischen leeren Parkplatz genutzt, nur um wenig später auf der asphaltierten Straße hinunter zum Wasser vom Hüter des Falles eingeholt zu werden. Der führte mich dann freudig strahlend auf dem betonierten Weg neben dem Flüsschen zum eigentlichen Wasserfall. Dabei versuchte er sich mit mir zu unterhalten, ich habe ihn aber leider nicht wirklich verstanden. Irgendwas redete er von Hütte und schlafen. Neben dem Wasserfall war eine ebenfalls betonierte Treppe, über die man parallel zum Wasserfall zu dem oben gemauerten Bassin kam, wo sich das Wasser sammelte. Weitere hunderte Stufen höher, die ich allerdings mangels Kondition nicht mehr geschafft habe und auch gar nicht wollte, stand wohl die besagte Hütte, die er mir noch in dieser Nacht vermieten wollte. Da hatte ich ja am Ende des Tages doch noch meine neue Unterkunft gefunden. Ruhig, im Grünen, nicht zu klein, unverbaubarer Ausblick mit Wasserfall vor der Tür und sicherlich auch nicht zu teuer.
Absatzweise gab es auch noch Verschnaufsorte,wo ich mich auch einmal dankend niedergelassen hatte. Dort flattern dann Fledermäuse um mich herum. Sehr schön war aber eine Eule anzusehen, die leise an mir vorbeizog.
Auf dem Abstieg kam mir nochmal der Hüter entgegen und meinte, ob ich denn nicht zur Hütte wolle. Nein, jetzt war es Zeit zu mir nach Hause zu kehren.