Eine dreiviertel Stunde später als geplant komme ich am Flughafen Tegel an. Dank Online-Check-In und ausschließlich Handgepäck, einer schnellen Kontrolle durch das Securitypersonal und einer leicht verspäteten Maschine ist das aber überhaupt kein Problem. Rein Flug-technisch jedenfalls nicht…

Wenige Minuten später kommt der Flieger der lettischen Fluggesellschaft airBaltic an. Wie bei den No frills-Carriern üblich ist das Flugzeug im Nu geräumt, gesäubert und für die Gegenrichtung startklar gemacht. Wir können boarden!

Der Flug ist unspektakulär. Der Service auf das Minimum reduziert. Es gibt nicht einmal Getränke gratis. Äußerst angenehm ist die Beinfreiheit dank der großzügigen Sitzabstände. Keine 75 Minuten später landen wir im 837km entfernten Riga.

Die Uhren schlagen dort schon eine Stunde später. Es ist stockdunkel und verregnet. Noch vor dem Austritt aus dem Sicherheitsbereich kann ich am Geldautomaten Lats ziehen. Das ist auch gut so. Kaum haben wir das Terminal verlassen, fallen wir quasi in ein Hotel-Shuttle. Für 3 Lats bzw. 5 Euro werden wir auf einer Roundroute direkt vor unserem Hotel abgesetzt.

Das Reval Ridzene (bzw. Riverside) wirkt genauso ausgestorben wie der Rest der Stadt, den wir auf der kurzen Strecke zwischen Flughafen und Hotel gesehen haben. Wir werden dort aber sehr freundlich und professionell empfangen. Der Check-In verläuft reibungslos. Minuten später schließen wir die Tür zu unserem Hotelzimmer auf. Der Raum entspricht dem gehobenen Durchschnitt des Hotels. Wir bleiben nicht allzu lange, denn wir stellen beide fest, dass wir noch Hunger verspüren.

Der junge Mann am Empfang gibt sich wirklich Mühe uns ein Restaurant zu empfehlen. Das Hotelrestaurant hätte eine Viertelstunde vorher geschlossen, aber in der Altstadt gäbe es in den Nachtclubs auch überall etwas zu essen. Er schlägt insbesondere einen Club namens Casablanca Scandal vor. Mit einer Karte ausgerüstet machen uns auf den kurzen Weg.

Kaum sind wir raus aus dem Hotel, drehe ich wieder um. Der Nieselregen ist nicht gerade einladend. An der Rezeption gibt es keine Leihschirme, aber für 3 – nein 4 – Lats erwerbe ich einen China-Import. Gefühlte 10 Minuten später und an der ersten Touristenattraktion, dem Freiheitsdenkmal, vorbei, erreichen wir den Rand der Altstadt. Sofort beginnt der Eindruck von Riga sich zu verändern. Die Strassen sind auf einmal lebendig.

Spontan beschließen wir, das zweitbeste Speiselokal, welches wir sehen, aufzusuchen. Drinnen müssen wir noch einen kleinen Moment auf unsere Speisen warten. Das Lokal ist sehr gut besucht. Die schick gekleideten Nachtschwärmer der lettischen Hauptstadt stärken sich hier. Der Service kommt nicht richtig hinterher. Wir warten eine gefühlte Ewigkeit.

Mit dicken Bäuchen kehren wir zurück in unser Hotel. Die Uhr am Fernseher zeigt weit nach Mitternacht. Wir sind angekommen in Riga!

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