UMTS-Radio soll die Netze beleben

Mit der Ladezone hatte die E.On-Tochter One im Oktober als erster Mobilfunker der Welt ein Portal für den Download kompletter Songs gestartet. Beim offiziellen Start von LoungeFM Donnerstagabend in Wien nahm Unternehmenssprecher Florian Pollack darauf Bezug: “Wir bieten bereits Musikdownloads zum Preis von 1,90 Euro je Song. Sie werden sagen, dass das sauteuer ist, und das zu Recht. Wir würden das gerne billiger anbieten, aber die Labels lassen uns nicht.”

Es kommt ja wohl ein bißchen darauf, welche Labels man anspricht! Es gibt genug Labels, die sich freuen würden, Inhalte auch günstiger anzubieten. Außerdem rennt ihr Mobilfunker in die völlig falsche Richtung. Wenn es wirklich nur, um die Auslastung bzw. Belegung Eurer zu teuren Bandbreite geht, bietet doch Euren Benutzern Podcasts zum Anhören an. Da fallen keine 1.90 Euro pro Download an!

Introducing the AO/Technorati Open Media 100

Was gibt eine Top 100 Liste eines US-amerikanischen Technologie-Vereins? Genau, fast 100, männliche, weiße US-Amerikaner, die irgendwie, irgendwo in US-amerikanischen Unternehmen oder in mit US-amerikanischen Geldern finanzierten Start-Ups arbeiten.

Es gibt aber auch Ausnahmen, Freunde der Amerikaner und Feinde der Feinde der Amerikaner.

Practitioners
Mohamad Reza Abdollahi
(Imprisoned in Iran for his blog)

Dann hat es auch noch ein Iraqi in die Liste geschafft und mit Adam Curry und Evan Williams (Odeo) auch 2 Podcaster, bzw. welche, die mit Podcasting mal richtig Geld verdienen wollen.

Wo wir beim Thema wären. Ich verbringe dieses Wochenende damit einen 7-seitigen Zeitungsartikel zum Thema Podcasting zu verfassen, der vor allem die monetären Aspekte berücksichtigt und sich an Führungskräfte in deutschsprachigen Unternehmen richtet. Wie Du liest, bin ich hochkonzentriert bei der Sache und noch voll mit Recherche beschäftigt.

Da habe ich doch gleich noch eine Ergänzung, die Top 50 Liste der besten Websites von 2005 der Times. Auch dort hat es eine Podcast-Seite geschafft.

Artikel in der taz über Podcasten

Heute kamen Teile eines Interviews (per Mail) mit mir für einen Artikel in der taz heraus. Leider werde ich mit Worten zitiert, die ich nicht von mir gegeben habe. Das komplette Interview im Original kannst Du hier nachlesen.

  1. Wie hat sich podcasting in den letzten Monaten entwickelt?
    • Das Wachstum ist explosionsartig. In Deutschland starteten erst im Oktober
      2004 die ersten Experimente mit Podcasts und auch in den Staaten gab es nur
      vereinzelte Podcasts. Jetzt ist die Auswahl so groß, daß es schon etliche
      Verzeichnisdienste ausschließlich für Podcasts gibt.
    • Einzelne Podcasts kämpfen um jeden einzelnen Hörer, aber die First Mover und
      die bekannten Namen kämpfen eher mit Bandbreitenproblemen. Deren Podcasts
      werden von bis zu 50.000 Hörern heruntergeladen.
  2. Wie ist der Erfolg von podcasting zu erklären?
    • Aus Produzentensicht erklärt sich das so, daß nahezu jeder Computerhaushalt
      mit Internetanschluß mit einfachsten Mitteln einen Podcast erstellen und
      publizieren kann. Der Großteil der benötigen Software findet sich in der
      einfachsten Version als Gratisbeigabe aller gängigen Betriebssysteme, z.B.
      Texteditor und Aufnahmesoftware. Der Rest läßt sich kostenfrei, z.B. als Open
      Source-Software oder Freeware, im Internet herunterladen.
    • An Hardware wird in der Minimalausstattung eine Soundkarte, die heute Standard
      in jedem handelsüblichen Computer ist, und für Sprachaufnahmen ein Mikrofon
      benötigt.
    • Für den Hörer öffnet sich eine neue Audiowelt mit vielen alternativen
      Formaten. Podcasts sind das Gegenstück zur immergleichen werdenden
      kommerzialisierten Radiolandschaft. Die Sendungen sind im Moment noch
      weitestgehend ohne Werbung, was der Verbreitung von Podcasts ebenfalls
      geholfen hat. Weiterhin hat der Einzug von tragbaren, digitalen
      Abspielgeräten (MP3-Player) in den Otto-Normal-Haushalt einen neuen Markt für
      Audio-Inhalte geschaffen. Der Vertrieb über das Internet wurde durch die hohe
      Verfügbarkeit von breitbandigen Internetanschlüssen ermöglicht.
  3. Wie viele Podcastangebote gibt es weltweit/deutschlandweit?
    • Auf Podcast.de werden zur Zeit über 120 deutschsprachige Podcasts gezählt. Portale, die versuchen einen Gesamtüberblick über alle Podcasts weltweit zu geben, zählen zwischen 3000 (podcastalley.com) und 3300 (podnova.com)
      Podcasts.
    • Das sind die ungefähren Zahlen der aktiven Podcasts. Die ersten Podcasts
      wurden bereits wieder eingestellt und werden daher nicht mehr gelistet.
      Andere wurde schon eine Weile nicht mehr aktualisiert und fallen so aus den
      Verzeichnissen heraus.
  4. Hat podcasting Potential für neue Geschäftsmodelle im Rundfunk?
    • Es wird Geschäftsmodelle rund um Podcasting geben bzw. gibt es teilweise schon
      jetzt, z.B. spezielles Hosting für Podcasts oder Micropayment für Downloads
      von Podcasts. Ein mögliches Modell im Rundfunk wäre die Bereitstellung der
      Wortbeiträge ohne Werbung über einen kostenpflichtigen Podcast.
  5. Ist podcasting die Zukunft des Radios?
    • Ich sehe Podcasting eher als Ergänzung zum klassischen Radio, um es der
      breiten Masse zu ermöglichen, Ihr eigenes Format zu entwickeln und zu
      distributieren. Gegen gut gemachtes Radio, wo ich den Empfänger einfach nur
      einschalten brauche, und den ganzen Tag unterhalten werde, ist auch in
      Zukunft nichts zu sagen.
  6. Ist podcasting tatsächlich Konkurrenz für das normale Radioprogramm oder eher Ergänzung?
    • Es ist insofern eine Konkurrenz, als daß der Hörer nur eine Sendung auf einmal
      hören kann und sich durch die Podcasts eine Vielzahl alternativer Programme
      ergeben, die von jedermann mit Internetanschluß überall auf der Welt gehört
      werden können.
  7. Wie sollten Radiosender auf Podcasts reagieren? Selber welche anbieten?
    • Ich begrüße es sehr, wenn alle Sendungen als Podcast zur Verfügung gestellt
      werden. Es gibt sicherlich mehrere Gründe, warum kommerzielle Radiosender
      ihre Sendungen nicht als Podcast anbieten. Zum einen denke ich nicht, daß der
      Begriff Podcast schon zu allen Entscheidungsträgern vorgedrungen ist, zum
      anderen gibt es bei allen nicht im Haus produzierten Sendungen Unmengen
      rechtlicher Probleme, die es zu klären gibt. Das Stichwort GEMA sei hier
      genannt. Dort existiert für die Verteilung von Podcasts noch keine
      Gebührenordnung.
    • Nicht zu vernachlässigen ist außerdem der kommerzielle Aspekt. Ein Podcast
      kann erheblichen Traffic verursachen, daher möchte der kommerzielle Anbieter
      auch eine Möglichkeit haben, Geld mit seinem Podcast zu verdienen. Ob das
      Belassen der Werbeblöcke aus dem klassischen Radio im Podcast Sinn macht und
      Erfolg verspricht, ist eine offene Frage, die ein Radiosender dieser Tage
      einmal durch einen Feldtest klären sollte.
  8. Wer ist der typische Podcast-Hörer?
    • Die Zielgruppe benötigt mind. einen breitbandigen Internetanschluß und einen
      Computer, daher finden sich die meisten Podcast-Hörer in den Reihen der
      Internet-affinen Computernutzer, die gerne auch abseits des Mainstreams
      Audiobeiträge in Form von Musik, Worten oder sonstigen Lauten hören. Es ist
      bisher eher eine kleinere, experimentier-freudige Gruppe jüngerer Leute.
  9. Wie ließe sich die podcasting Idee auf andere Technologien übertragen z.B. auf DAB.
    • Wenn jedermann die Möglichkeit hätte, Inhalte über DAB zu verbreiten, wäre das
      ein alternativer Vertriebsweg. So sehe ich darin nur den Weg zurück zum
      klassischen Radio.
  10. Wäre ein einziges Endgerät nicht erstrebenswert?
    • Nein. Die Möglichkeit Podcasts auf jedem MP3-fähigen Endgerät abzuspielen,
      macht doch gerade den Reiz aus. Ich kann mir meine Lieblingspodcasts auf
      meinen MP3-Player überspielen, sie über meinen Computer hören, ein paar auf
      mein Handy überspielen oder sie auf CD brennen und auf meiner MP3-fähigen
      Stereoanlage hören.
  11. Wird sich mit dem Einstieg von Microsoft in das mp3-Player-Geschäft die Podcast-Community wesentlich verändern? Wenn ja, was?
    • Persönlich hoffe ich stark, daß das nicht passiert. Es gibt aber auch keinen
      wirklich Grund das zu befürchten. Podcasting ist ja durch die enorme
      Verbreitung des iPods erst richtig in Fahrt gekommen. Wenn jetzt Microsoft
      wieder ihr eigenes Süppchen kocht, ist das deren Pech, wird aber die
      Podcaster nicht davon abhalten, weiterhin einen etablierten Standard zu
      nutzen.

Odeo Review

Odeo hat mir heute auf meine Anmeldung vor einigen Monaten eine Einladung zu ihrer Beta-Preview geschickt. Der Anmeldevorgang ist kurz und schmerzlos. Email-Adresse, Benutzername, ggflls. Postleitzahl für “regionalen Content” (aber nur aus den USA oder Kanada) eingeben und Passwort wählen. Keep it simple and stupid!

Danach kommt eine Aufforderung das Synchronisations-Skript herunterzuladen (nur für Windows). Ich werde heute abend mal versuchen, es mit Wine unter Linux zum Laufen zu bekommen. Das “Skript” ist eine exe-Datei mit über 6 MB. Aber bei Podcast-Konsumenten kann man ja davon ausgehen, daß sie ordentlich Bandbreite haben.

Als nächstes wird man von einem (angeblichen) Benutzer mit einem Audio-Kommentar begrüßt. Es gibt noch einige Infos zur Webseite. Ganz unten, ganz klein, geht es zur eigentlichen Webseite weiter.

Stark ins Auge fallen die “Featured Channels” – auf einer nicht näher erklärten Art und Weise hervorgehobene Channels wie die Leute bei Odeo Podcasts nennen.

odeo 1 org Odeo Review

Etwas ins Strudeln gekommen bin ich, als ich den Subscribe-Button gesucht habe. Der versteckt sich nämlich bei einer Firefox-Installation mit Adblock Werbeblocker hinter einer halb-transparenten Adblock-Grafik (s. Screenshot). Die Webseite enthält viele Flash-Elemente. Auch der Online-Player ist per Flash realisiert. Leider ist er direkt in die Webseite eingebunden, d.h. wenn man gerade eine Show abspielt (so nennt Odeo einzelne Casts) und die Seite wechselt, stoppt der Abspielstream abrupt. icon sad Odeo Review

Die Odeo Top 10 und Top 40 sind ausschließlich nach der Anzahl der Subscriber sortiert. Es werden aber noch die Anzahl der Kommentare und die Anzahl der Shows aufgelistet (s. Screenshot).

odeo 2 Odeo Review

Als Browse-Optionen gibt es neben den Top Channels auch noch Featured Channels (s.o.), New Shows, New Channels und The Zeitgeist. Zeitgeist ist “The pulse of odeo, what people are subscribing to right now in odeo.”

odeo 3 Odeo Review

Steigt man tiefer ab auf der Detailebene kommt man unweigerlich zu den Channel Detailseiten. Dort erhält man eine Übersicht über die Anzahl der Shows, der Kommentare, der Abonnenten, einen Direktlink zum RSS-Feed, ein Link zur Webseite, die Namen der Shows und die Kommentare an sich.

odeo 4 Odeo Review

Über den Flash-Player kann man die Casts des Podcasts direkt anhören. Ganz unten kann man seinen eigenen Kommentar hinterlassen. Wesentlich ist aber noch die Liste der Shows im Channel. Dort gibt es einen Queue Button. Damit kann man die einzelnen Casts in eine Warteschleife verfrachten, die bei einer Synchronisation durch das Sync-Skript ausgelesen wird, und wodurch die einzelnen Casts dann auf den heimischen PC heruntergeladen werden. Das ist eine der wirklichen Neuerungen der Seite. Die anderen Sachen habe ich bereits anderswo gesehen. Anders verpackt und anders benannt.

Die einzelnen Podcasts lassen sich sehr einfach und komfortabel mit Tags versehen (s. Screenshot oben). Die Tags dienen dem Finden weiterer Podcasts. Beim Tag deutsch werden noch nicht allzu viele Podcasts (hier Channels) gelistet.

odeo 5 Odeo Review

Das ist auch gut so. Irgendwie muss es ja auch eine Daseinsberechtigung für das deutschsprachige Podcast-Portal geben. icon wink Odeo Review Außerdem scheint es keine Art von I18N auf der Seite zu geben. Dafür reichte das Geld wohl nicht.

Zu den einzelnen Casts (hier Shows) gibt es auch noch eine Detailseite auf der es einen Direktlink zum Enclosure (meist MP3-Datei) gibt. Es gibt auch eine Aufforderung, weitere Podcasts zu melden.

odeo 7 Odeo Review

Auf den Detailseiten findet sich wieder ein Kommentarfeld, um den einzelnen Cast zu kommentieren. Das habe ich für Podcast.de auch überlegt, frage mich aber nach Sinn und Unsinn jeden einzelnen Cast kommentieren zu können. Kommentare willkommen!

Interessant finde ich die Schnellnavigation unten rechts, wo man zum neuesten, ältesten, nächsten und vorherigen Cast springen kann. Was nicht gesagt wird, ist, daß der älteste Cast, der Cast ist, der zuerst gespidert wurde. Bei Adam Curry sieht man, daß Odeo erst im Februar anfing, zu spidern. Ihnen sind also alle Casts von davor durch die Lappen gegangen.

Weiterhin interessant ist der Tag today, der bei allen tagesaktuellen Casts gesetzt ist.

Nachdem ich einen Kommentar geschrieben und einige Podcasts abonniert habe, ist mein Profil auch mit einigen Informationen angereichert (s. Screenshot). Gut, aber nicht perfekt finde ich die Möglichkeit, daß die neuesten Casts meiner abonnierten Podcasts als RSS-Feed exportiert werden. Die öffentliche Verfügbarkeit würde ich doch gerne steuern können.

Im RSS-Feed bin ich auf einen Link gestoßen, der einen account view meines Profils mit Bildern, die eindeutig nicht mich zeigen, verlinkt. Dort gibt es auch einen Abschnitt Recommendations, den ich schon vermißt hatte. Da bin ich wohl auf einen nicht offiziell freigegebenen Teil der Webseite gestoßen. Der Teil sieht jedenfalls noch sehr Beta aus.

odeo 6 Odeo Review

Man kann andere Benutzer auf seine Kontaktliste setzen. Bisher gibt es dort aber keine weiteren Funktionen als ein Link zum Profil des anderen Benutzers auf der eigenen Profilliste.

Das Folgende habe ich dann auch irgendwann geschafft. Es ist halt doch noch alles ein wenig Beta.

odeo 8 Odeo Review

Was ich wirklich sehen wollte, war der Produktionsbereich. So eine Funktionalität ist nämlich sonst nirgends zu finden. Das ist auch bei Odeo nicht viel anders.

odeo 9 Odeo Review

Werfen wir noch einen Blick in die Sync-Section. Dort finden sich meine gequeueten Casts und die Liste meiner abonnierten Podcasts.

odeo 10 Odeo Review

Fazit: Odeo macht Spaß. Viel ist von der Beta-Pre-Production-Phase in den offenen Bereichen nicht mehr zu merken. Das Interface ist aufgeräumt, anschaulich, trotz Funktionsumfang handlich. Es ist klar zu spüren, daß hier ein größeres Entwicklungsteam mit Geld im Hintergrund werkelt.

Neuer Podcast-Client für Linux

Wie Edd Dumbill von Useful Inc. in seinem Blog berichtet, hat er aus Unzufriedenheit über die bestehenden Podcatcher für Linux,

Either too lo-fi (bashpodder) or just completely scary (iPodder).

seinen eigenen Podcatcher namens MonoPod entwickelt und stellt ihn kostenlos zum Download [Update] zur Verfügung.

Wenn er schon für Linux entwickelt, warum dann ausgerechnet mit dem Mono. Die Requirement Liste liest sich für ein KDE System wie meines, “scary”, um es in seinen Worten auszudrücken.

Requirements
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Mono 1.1.6 or better. Gtk#, Gnome# and Glade# 1.9.5 or better.

Außerdem könnte der Podcatcher gerade im deutschsprachigen Bereich, einige Probleme verursachen.

Known bugs
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SQLite in Mono can’t marshal UTF-8 properly. Therefore subscribing
to non-Latin channels won’t work.

Aber daran arbeitet Edd. Danke also für diesen neuen Podcatcher für Linux!