Vielleicht sollte ich mit dem Tag davor beginnen. Einer der Chefs im Haus, der einen Rundgang durch die Büros gemacht hat, um sich zu erkundigen, ob alles dicht sei, hatte sich eine Mitfahrgelegenheit um 19 Uhr bis zur Tankstelle in Lamai organisiert. Da ich vom Abend zuvor schon wusste, dass selbst diese nur 2 Kilometer entfernte Tankstelle, nur mit einem Umweg von 5 Kilometer Länge, zu erreichen ist, habe ich mich kurzerhand dazugesellt.

Wir wurden also mit einem grossen, hohen Pick-Up Truck gegenüber der Tankstelle abgesetzt. Leider lag das Problem genau dazwischen – ein Meter hoher Fluss. Die nächste Mitfahrgelegenheit war Bernds Auto. Das stand allerdings nicht an der Tankstelle, sondern mitten in Lamai. Dumm nur, dass das Wasser den gleichen Weg nahm. So mussten wir ca. einen Kilometer durch knie-hohes Wasser waten immer in der Ungewissheit wie der Untergrund aussieht.

An der Brücke in Lamai ging es nicht weiter, weil sich gleich 3 Strommasten quer gelegt hatten. Das war Minuten bevor wir dort ankamen passiert. Wir haben uns dann erstmal in eine Bar gesetzt, um zu warten. Irgendwann kam aus Richtung Brücke ein weiterer Expat. Er hatte nicht gewartet und ihn hat prompt der Schlag erwischt, weshalb er erstmal einen Abgang ins Wasser gemacht hatte. Irgendwann kam ein alter, deutscher Sex-Tourist (extrem unangenehm und widerlich), der den gleichen Weg gegangen war. Der Strom war abgestellt.

Wir sind dann über die Brücke zum Auto weitergewatet. Ich wurde ein Stück die Beachroad mitgenommen, ehe ich den Rest des Weges zu Fuss gehen durfte. Überall war noch reichlich Wasser, am Schlimmsten natürlich an der Kreuzung zu meinem Haus, aber da war es schon so egal, weil es immer noch regnete, ich keinen Schirm hatte, und pitschnass war.

Heute morgen war das Wetter schon wesentlich freundlicher. Ich bin dann von meinem Haus mit Regenschirm und kurzen Hosen bewaffnet zum IT Complex gelaufen, vorbei am Wat, an der Brücke, am Strand und bei der Motorrad-Werkstatt. Die Werkstätten hatten heute das Geschäft ihres Tages. Ich war nicht der einzige, der meinte, er könne im tiefen Wasser fahren. Der Mechaniker war sich nicht sicher, ob der Roller heute oder morgen fertig wird. Letztendlich konnte ich ihn aber einige Stunden später gegen Bezahlung von 180 Bath (ca. 3.60 Euro) für Ölwechsel und eine neue Zündkerze entgegennehmen.

Danach bin ich dann erstmal auf Fototour gegangen. Die Bilderstrecke ist in meiner Gallerie zu besichtigen. Das Hochladen dauert allerdings noch an (18:52 Uhr, Samui-Ortszeit). Insgesamt sind es um die 90 Fotos.

Ich muss leider wieder einmal feststellen, dass am Meisten die Schwachen und Armen leiden. Am Wat Lamai hat es die meisten Hütten des dortigen Slum zerdrückt. Die thailändische Regierung wollte ja, dass Thailand innerhalb von 10 Jahren slumfrei wird, aber so haben sie sich das sicherlich nicht vorgestellt.

Das gesamte Lamai südlich der Brücke war gestern ohne Strom. Das gesamte Lamai? Nein, ein kleines, teures Resort direkt neben der Brücke hatte seine brüllend lauten Notstrom-Aggregatoren laufen. Die feinen Damen und Herren sollen ja nicht durch so Widrigkeiten wie Stromausfälle belästigt werden, v.a. nicht, wenn es die gleichen Leute sind, die hier und anderswo nicht unwesentlich für Ursachen der Probleme verantwortlich sind. Das würde ja zu einem schlechten Gewissen führen.

Ganz nach Thai-Manier wurde überall geschraubt, gesägt, gehämmert und geschippt. Der Regen hat Unmengen Sand aus den Bergen mitgebracht. Kein Wunder, wenn überall die Wälder abgeholzt werden! Von dem Pragmatismus hier können sich die Leute in Deutschland mal was abgucken. Hier wird nicht gejammert, sondern angepackt. Und ich jammere nicht, sondern kritisiere! ;-)

Verpasse keinen meiner Beiträge mehr mit dem kostenlosen RSS-Feed oder den Benachrichtigungen per E-Mail!

none